Lötschental – das magische Tal

Das magische Tal macht seinem Namen alle Ehre. Hier zu wandern, Zeit zu verbringen und zu verweilen ist wahrlich magisch und die Energie, die hier getankt werden kann, wirkt noch lange nach.

Wir sind am Morgen mit dem Auto zur Fafleralp gefahren. Der Parkplatz ist recht gross, es hat einen kleinen Kiosk und ein öffentliches WC. Natürlich fahren auch Postverbindungen.

Hier starten wir mit unser Wanderung Richtung Langgletscher, überqueren eine kleine Holzbrücke und lassen uns von heimeligen Alp-Glockenklängen begleiten. Nach wenigen Minuten gemütlicher Wanderung auf flachen Alpwegen gelangen wir zum Grundsee. Blaues bis türkisgrünes Wasser strahlt uns entgegen und spiegelt die am Ufer wachsenden Sommerblumen. Die perfekte Fotokulisse und Ort für eine erste Rast. Die Kaulquappen spielen fangen und die Libellen turteln auf der Wasseroberfläche. Schon hier lässt mich erahnen, wie magisch das Tal sein wird.

Weiter wandern wir Richtung Gletscherwelt, über Brücken, kleine und grosse Flüsse, die Lonza. Die Lonza ist der Fluss, der am Langgletscher entspringt und durch das Lötschental hinab nach Gampel in die Rhone fliesst. Nun beginnt allmählich der Aufstieg Richtung Anenhütte. Bevor wir zum steilen Teil des Wanderwegs kommen, dürfen wir eine urchige, handgemachte Brücke überqueren. Hier sind wir im Grand Canyon vom Lötschental angelangt. Seile erleichtern den Aufstieg an diesen steilen, roten, glatten Felswänden, geformt von Wasser und Natur. Oben angekommen geniessen wir unser erstes Wallis Apero, Weisswein und Rohschinken mit Blick auf den Langgletscher. Nach kurzer Rast gehen wir den letzten Abschnitt vor der Anenhütte an. Der Weg ist steil und anstrengend. Bis zur Hütte ist es ein Weg von ca drei Stunden. Unser Ziel erreichen wir nun in wenigen Minuten und werden mit glasklarer Aussicht in kristallklarer Luft belohnt. Herrlich, der Blick über den Gletscher, die Alpenluft, der Blick hinab ins Tal, hier oben in Stille und Frieden.

Ein paar Facts zur Anenhütte: Bereits im Jahr 1984 wurde ein ersten Baugesuch für eine Hütte eingereicht, wurde jedoch abgelehnt. 1988 wurde ein zweites Gesuch eingereicht und 1991 wurde die Baubewilligung erteilt. Die erste Hütte mit 50 Schlafplätzen konnte dann 1995 realisiert werden. Im Jahr 2005 musste die Hütte aus wirtschaftlichen Gründen versteigert werden. Es fand sich ein neuer Investor und zugleich Bergführer und Ingenieur, Peter Tscherrig, welcher 2006 reparierte und sanierte, unter anderem auch in eine Solar- und Wasseranlage, Kühlanlage und Duvets. Im März 2007 zerstörte ein Unglück die Hütte, eine Staublawine machte die Hütte dem Erdboden gleich. Nur eineinhalb Jahre später konnte die Hütte durch das unermüdliche Engagement von Peter Tscherrig, seiner Frau und allen Beteiligten und Helfern wieder bezogen werden.

Auch die Lötschentaler Kultur ist es wert, von ihr zu berichten. Dies finden Sie hier.